Jubiläum

Gerätehaus ist der größte Wunsch

09.06.2009 - AARBERGEN

Von Christian Stolz

JUBILÄUM Freiwillige Feuerwehr Panrod feiert 75-jähriges Bestehen / Fest und Ehrungen

Viele Feuerwehren feiern derzeit ihr 75-jähriges Bestehen, so auch die Wehr in Panrod, die ihr Jubiläum am Wochenende mit einem großen Fest beging.

Grund für die große Zahl an neu gegründeter Feuerwehren zu Beginn der 30er Jahre war die Verabschiedung eines Gesetzes über das Feuerlöschwesen, wonach die neu zu bildenden Wehren die bisher bestandenen Pflichtfeuerwehren ablösen sollten. An diesen hatten sich zuvor alle männlichen Einwohner vom 16. bis zum 60. Lebensjahr beteiligen müssen.

Die Geschichte der Panroder Wehr hat der Festausschuss unter der Leitung von Wolfgang Scheib in einer ausführlichen Chronik zusammengefasst. Darin wird von der Gründungsversammlung auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Karl Harbach berichtet, von der Anschaffung der Motorspritze 1937 und dem Neubeginn nach dem Krieg unter den Wehrführern Adolf Wagner und Rudolf Scherer. Nur zehn Wochen nach ihrer Gründung soll die Wehr bei einem Brand in der Schonung am alten Sportplatz ihren ersten Einsatz gehabt haben.

Das Feuerwehrfest begann am Freitag zunächst mit dem Gedenken an die verstorbenen Kameraden am Friedhof mit der Niederlegung eines Kranzes durch Wehrführer Oliver Leidolf und den Vereinsvorsitzenden Klaus-Uwe Müller und einer kurzen Predigt von Pfarrerin Birgit Hamrich.

Feierlaune war dann am Samstagabend angesagt, als das Disko-Team aus Limburg zur "Ü30-Party" in die Palmbachhalle einlud. "Der Abend hätte auch U75` heißen können", sagte der zweite Vorsitzende Christian Weidtmann lachend. Denn unter den 250 Gästen, die die Halle bis in die frühen Morgenstunden bevölkerten, befanden sich Angehörige aller Generationen. Für kurzweilige Stunden sorgte nicht zuletzt eine Cocktailbar im exotischen Stil.

Besinnlich begann der Sonntag mit einem Festgottesdienst in der Palmbachhalle. Pfarrerin Hamrich beleuchte diesmal die Frage, was denn eigentlich die Kirche mit der Feuerwehr zu tun habe und berichtete vom heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehren. An dem Gottesdienst wirkten auch mehrere Wehrangehörige mit, so Hans Werner Scherf mit einer Lesung und die elfjährige Leonie Sommer von der Jugendfeuerwehr mit einer Fürbitte, ebenso die Einsatzkräfte Steffen Grund, Peter Scheib und Wehrführer Oliver Leidolf.

Danach begann eine akademische Feier mit Frühschoppen, an der auch die erste Kreisbeigeordnete Jutta Nothacker, Bürgermeister Udo Scheliga und Jens Hohenstein vom Kreisfeuerwehrverband teilnahmen. Die Schirmherrschaft hatte wie schon zum 50- und zum 60-jährigen Jubiläum Jagdpächter Dr. Werner Kämpfer inne. Die Rede hielt Christian Weidtmann und verlas Abschnitte aus der Chronik.

Einen musikalischen Gruß überbrachte der Männergesangverein, während das Blasorchester aus Kelkheim-Hornau für Unterhaltung sorgte. Natürlich zählten auch zahlreiche befreundete Feuerwehren und Vereine aus der Umgegend zu den Gästen, für die die Panroder einen Gaudi-Wettbewerb mit den Disziplinen Schlauchwerfen, Zielspritzen und Backsteinheben organisiert hatten. Sieger wurde die einzige Damenmannschaft, die der örtliche Reit- und Fahrverein gestellt hatte.

Nachdem im Jahr 2005 nach längerer Pause auch die Jugendfeuerwehr neu gegründet wurde, ist der Verein sehr gut aufgestellt. Größter Wunsch ist aber seit langem der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, das die im Jahre 1972 bezogene Lagerhalle ersetzen soll.

Bürgermeister Scheliga stellte am Sonntag weitere Vorplanungen zur Verwirklichung des neuen Domizils in Aussicht.

 

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